Solartechnik: Qualität entscheidet
Egal ob Fotovoltaik oder Solarthermie: Die Nachfrage nach Solartechnik ist momentan riesig. Dies hat zur Folge, dass sich leider auch in dieser Branche einige wenige Firmen tummeln, die mit Vorsicht zu genießen sind. Darauf weist jetzt solid, das gemeinnützige Solarenergie Informationszentrum (Fürth) hin. Insbesondere rät solid davon ab, auf Verbrauchermessen voreilig Verträge abzuschließen. Wichtig sei generell, sich im Vorfeld eines beabsichtigten Kaufes über die Qualität einer Solaranlage wie auch über die Nachbereitung nach ihrer Montage Gedanken zu machen.
Gerade Messeangebote sind oft sehr verlockend. „Da wird oft viel versprochen und wenig gehalten,“ sagt solid-Pressesprecher Matthias Hüttmann. Die Masche ist häufig ähnlich: In Messegesprächen wird Interessierten die Möglichkeit geboten, noch eines der begehrten Stücke zu erwerben. Wer sich für eine schriftliche Reservierung entscheide, erhalte einen ordentlichen Preisnachlass. Der Haken dabei ist oftmals, dass es sich um keine Reservierung, sondern um einen rechtsgültigen Kaufvertrag handelt. Geschäftsabschlüsse auf der Messe können nicht – wie meist angenommen – , wieder storniert werden: sie sind kein Haustürgeschäft. So kann man zwar von seinem Rücktrittsrecht Gebrauch machen, die unterschriebenen vertraglichen Klauseln jedoch sind oftmals wenig vorteilhaft für den Kunden.
Es komme durchaus vor, dass 25 Prozent des Kaufpreises aufgewendet werden müssen, auch wenn gar keine Ware angenommen wird, so solid. Und dies bei vielfach überteuerten Anlagen. Immer wieder werde solid deshalb von Leidgeplagten, die auf Messen Selbstbauheizungen zu überhöhten Preisen bestellt hatten, aufgesucht. solid weist allerdings auch darauf hin, das es sich bei diesen Fällen schlicht um Ausnahmen handelt. Anbieter von Solartechnik, so die 15-jährige Erfahrung der solid-Berater, überzeugen überwiegend durch seriöse und fachlich hochwertige Planung und Installation.
Zur Empfehlung „Mit Vorsicht zu genießen“ passe auch ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichts Rostock vom Mai diesen Jahres. Dabei wurde der Kauf einer Solaranlage zur Selbstmontage als arglistige Täuschung gewertet. In dem Fall hatte ein Kunde auf einem Messestand einer Verbrauchermesse einen Kaufvertrag unterzeichnet. Es handelte sich dabei um einen Solar-Komplettbausatz, der laut Verkäufer auch von Laien montiert werden könne, schließlich würden umfangreiche Montage- und Verlegeanleitungen mitgeschickt. Das OLG stellte fest, das die in dieser Montageanweisung beschriebenen Tätigkeiten Fachkenntnisse voraussetzen, die einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Gas-/Wasserinstallationshandwerk entsprächen. Das Urteil ist noch revisionsfähig.
Abgesehen von diesem Urteil ist laut solid prinzipiell davon abzuraten, Eingriffe in den Heizungs- und Sanitärbereich der eigenen vier Wände ohne ausreichende fachspezifische Kenntnisse vorzunehmen. Diese Arbeiten sollten von den jeweils dazu ausgebildeten Fachkräften (SHK, Dachdecker, Zimmerer, ...) ausgeführt werden, weil sie einen gravierenden Eingriff in die Haustechnik darstellen. Zudem sind sie für den Laien weder überschaubar noch ungefährlich. Grundsätzlich ist es auch aus Regressgründen, aus baurechtlichen und Unfallverhütungsvorschriften nicht empfehlenswert.
Gerade unter Qualitätsgesichtspunkten sei es relevant, sich vor einer Kaufentscheidung ausführlich von Fachleuten beraten zu lassen, erklärt solid. Es ist vorab wichtig zu klären, welcher Anlagentyp im Einzelfall der Beste ist und welche Besonderheiten am Gebäude zu beachten sind. Bei der Solartechnik bedeutet Qualität, dass Solaranlagen dann funktionieren und optimal wirtschaftlich sind, wenn Sie von qualifiziertem Personal, nach der guten fachlichen Praxis geplant, ausgeschrieben und aus hochwertigen Komponenten errichtet werden.
Quelle: Gemeinnütziges Solarenergie Informations- und Demonstrationszentrum (solid)
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