Artikel vom 24.03.2006, Druckdatum 15.11.2024 | |
Jobmaschine Erneuerbare Energien Knapp zehn Prozent Plus – kaum eine andere Branche in Deutschland kann einen ähnlich deutlichen Beschäftigungszuwachs vorweisen. Im Bereich Erneuerbare Energien stieg die Zahl der Arbeitsplätze von 157.000 (2004) auf etwa 170.000 (2005). Das meldet das Bundesumweltministerium. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: „Eine ambitionierte, vernünftig ausgestaltete Umwelt- und Energiepolitik ist ein wichtiger Wirtschafts- und Zukunftsfaktor für Deutschland, von dem nachhaltige Impulse für Innovation, Investition, Wachstum und Beschäftigung ausgehen.“ Grundlage der Zahlen ist ein Forschungsprojekt, das vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW, Berlin), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR, Stuttgart), der Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS, Osnabrück) sowie vom Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW, Stuttgart) im Auftrag des Bundesumweltministeriums bearbeitet wird. Für durchaus realistisch halten die Forscher einen Anstieg der Beschäftigung auf dem Feld der Erneuerbaren Energien auf etwa 300.000 Arbeitsplätze im Jahr 2020. Voraussetzung sei allerdings, dass „der heimische Markt bei stabilen politischen Rahmenbedingungen weiterhin anhaltende Absatzchancen und Innovationsimpulse bietet“. Allein im letzten Jahr dürfte der Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland Investitionen in einer Größenordnung von etwa 10 Milliarden Euro ausgelöst haben. Zudem expandiert auch der Weltmarkt stark: Bis 2020 können die Investitionen in Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien weltweit von derzeit etwa 40 Milliarden Euro auf 250 Milliarden Euro pro Jahr zunehmen. Ob und welche Arbeitsplatzeffekte diese Entwicklung für Deutschland haben wird, hängt stark davon ab, wie die deutschen Unternehmen dieses Exportpotenzial nutzen können. Gabriel: „Die Fortführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und des Marktanreizprogramms, eine deutliche Verstärkung der Forschungsaktivitäten bei den Erneuerbaren Energien sowie das jetzt in Angriff genommene regenerative Wärmegesetz werden dafür sorgen, dass hierfür in Deutschland auch in Zukunft günstige Rahmenbedingungen bestehen und wir unsere guten Chancen auf dem Weltmarkt nutzen können." Im Zuge des Forschungsprojekts, das bis Mitte 2006 abgeschlossen sein soll, sind mehr als 1.100 Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche befragt worden. Dabei zeigte sich, dass diese klar mittelständisch geprägt ist und gerade in strukturschwachen Gebieten wichtige arbeitsmarktpolitische Impulse gibt. Eine noch deutlichere ökonomische Bilanz für die Erneuerbaren Energien ergibt sich übrigens, wenn die derzeit noch deutlich höheren Umweltschäden der konventionellen Energieerzeugung und Energienutzung verursachergerecht angelastet werden. Einer laufenden wissenschaftlichen Untersuchung für das BMU zufolge läge der volkswirtschaftliche Nutzen der erneuerbaren Energien dann allein in der Stromerzeugung bei einer Größenordnung von knapp 3 Milliarden Euro pro Jahr. Das ist mehr als die von den Stromabnehmern in Deutschland derzeit zu tragenden Mehrkosten des EEG (2005: rund 2,4 Mrd. Euro) und zeigt: Bei einer umfassenden ökonomischen Bewertung rechnen sich die Erneuerbaren Energien im Strombereich schon jetzt. Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU Autorin: Petra Forberger für www.solarportal24.de |