Q-Cells: Positives Jahresergebnis 2010 - Verhaltene Erwartungen für 2011
Die Q-Cells SE (Bitterfeld-Wolfen) hat nach der im vergangenen März 2010 eingeleiteten strategischen Neuausrichtung das Geschäftsjahr 2010 mit einer Umsatzsteigerung um 70 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro erfolgreich abgeschlossen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 82,3 Millionen Euro. Das Photovoltaik Unternehmen strebt für das Jahr 2011 einen Umsatz auf Vorjahresniveau an. Derzeit sei die Entwicklung des Gesamtjahres noch nicht klar abzusehen, im ersten Quartal 2011 herrsche bislang eine sehr schwache Nachfragesituation.
Q-Cells hatte im März 2010 bekanntgegeben, sich im Rahmen seiner strategischen Neuausrichtung mittelfristig zu einem integrierten Anbieter von Photovoltaik Lösungen zu entwickeln. Neben der Produktion von Solarzellen und der Realisierung von großen Freiflächenanlagen wurde das Produktportfolio deutlich erweitert. In den neuen strategischen Geschäftsfeldern Solarmodule und Systemgeschäft für mittelgroße Dachanlagen und kleine Freiflächenanlagen (sog. „Commercial & Industrial bzw. C&I“) konnte im vergangenen Jahr, auch wegen eines sehr starken Marktes, bereits ein Umsatz von rund 363 Millionen Euro oder 27 Prozent des Gesamtumsatzes von 1,35 Milliarden Euro erzielt werden, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.
Diese neuen margenstärkeren Geschäftsfelder eröffnen Q-Cells demnach in Zukunft ein größeres Umsatz- und Ertragspotential. Auch die internationale Expansion in Hinblick auf Vertrieb und Produktion sei schon im vergangenen Jahr ein Arbeitsschwerpunkt des Unternehmens gewesen. Q-Cells realisierte im vergangenen Jahr Unternehmensangaben zufolge bereits mehr als 50 Prozent seines Umsatzes außerhalb von Deutschland.
Der Umsatz für das Gesamtjahr 2010 konnte um 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,35 Milliarden Euro gesteigert werden. Damit zählt Q-Cells eigenen Angaben zufolge zu den umsatzstärksten Solarunternehmen in Europa. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 82,3 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern (aus fortzuführenden Geschäftsbereichen) betrug für das Gesamtjahr 2010 90,9 Millionen Euro; inklusive des Ergebnisanteils aufgegebener Geschäftsbereiche beläuft sich das Jahresergebnis auf 18,9 Millionen Euro.
Seit Frühjahr des vergangenen Jahres hat Q-Cells Unternehmensangaben zufolge sein Beteiligungsportfolio konsequent fokussiert. Im Herbst 2010 führte das Unternehmen eine Reihe von Kapitalmaßnahmen zur weitgehenden Refinanzierung einer im Jahre 2012 fälligen Wandelanleihe durch. Die liquiden Mittel lagen am Geschäftsjahresende bei 473,9 Millionen Euro und damit 15 Prozent über dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal 2010 hat sich die Nettoverschuldung von Q-Cells mit nunmehr 330 Millionen Euro mehr als halbiert. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zu EBITDA reduzierte sich um 55 Prozent auf 1,8 (Ende Q3 2010: 4,0).
Marion Helmes, Finanzvorstand von Q-Cells, kommentiert: „Q-Cells hat jetzt wieder eine solide Bilanzstruktur und hat sich damit Handlungsspielraum für ein schwieriges Marktumfeld geschaffen.“
„Wir haben mit Zahlen unterlegt, dass wir unsere strategische Neuausrichtung im Jahr 2010 erfolgreich begonnen haben. Mit dem Aufbau neuer Geschäftsfelder und der Erschließung neuer Märkte haben wir die notwendigen ersten Schritte getan, um das Unternehmen für die kommenden Herausforderungen gut aufzustellen“, sagt Nedim Cen, Vorstandsvorsitzender der Q-Cells SE. „Der Photovoltaik Markt wird in diesem Jahr deutlich anspruchsvoller sein. Wir werden unsere Strategie konsequent weiter umsetzen, um unseren Kunden auch in einem schwierigeren Marktumfeld konkurrenzfähige Produkte und innovative Lösungen anbieten zu können.“
Für das Jahr 2011 strebt Q-Cells einen Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau an. Dabei rechnet das Unternehmen mit einem ansteigenden Produktionsvolumen in der Fertigung von Solarzellen und CIGS-Dünnschichtmodulen. Der Anteil kristalliner Module an der Gesamtabsatzmenge, der 2010 etwa 17 Prozent betrug, soll im laufenden Jahr 2011 weiter gesteigert werden. Hieraus entstehende positive Volumeneffekte sollen jedoch durch zu erwartende niedrigere Verkaufspreise gemindert werden.
Für das Jahr 2011 plant Q-Cells eigenen Angaben zufolge weitere Investitionen von bis zu 120 Millionen Euro. Der überwiegende Teil dieser Summe werde für die vollständige Umstellung der Solarzellenfertigung auf die „Next Generation“-Technologie sowie für den Aufbau einer eigenen kristallinen Modulfertigung für das Premium-Produkt Q.PEAK investiert.
Insgesamt sei allerdings zum jetzigen Zeitpunkt die Entwicklung des Gesamtjahres noch nicht klar abzusehen. Zum einen seien die Auswirkungen der von den jeweiligen Regierungen angekündigten und noch nicht quantifizierten Kürzungen in wichtigen europäischen Märkten – wie Italien, Deutschland, Frankreich – noch nicht abschätzbar. Zum anderen hätten die aktuellen Ereignisse in Japan eine Diskussion über die Zukunft der Atomkraft angestoßen, die unabwägbare Auswirkungen auf den zukünftigen Energiemix haben werde. So sei das erste Quartal 2011 auch aufgrund regulatorischer und saisonaler Einflüsse bislang von einer sehr schwachen Nachfragesituation gekennzeichnet, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.
Der ausführliche Bericht unter www.q-cells.de
Quelle: Q-Cells SE
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