Artikel vom 10.07.2007, Druckdatum 15.11.2024

Röhrenkollektor explodiert

Im ostwestfälischen Lübbecke ist vor Kurzem auf einem Einfamilienhaus ein Ganzglas-Röhrenkollektor explodiert, wie der Informationsdienst „Solarthemen“ in seiner jüngsten Ausgabe berichtet. „Ich war im Keller als es knallte“, berichtet Hauseigentümer Lothar Krause gegenüber Solarthemen. Solarthemen-Redakteur Guido Bröer beruhigt aber: „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ähnliche Schaden nun in großer Zahl auftreten“, so der Experte. „Zehntausende dieser Anlagen funktionieren seit Jahren ohne Ex- oder Implosion“.

„Die Leute standen schon auf der Straße, als ich hochkam. Der Röhrenkollektor war explosionsartig in die Luft geflogen, die 96 Röhren verteilten sich in tausend Scherben über Garten und Hof bis zum Nachbarn“, so der Hausbesitzer. Krauses Garten muss nun aufwändig wiederhergestellt werden, die Kosten schätzt er auf 20.000 Euro. Er rechne allerdings mit einer Übernahme der Schäden, die ihm der Heizungssystemanbieter Vaillant in Aussicht gestellt habe, berichten die Solarthemen. 

Von Vaillant stammen die sechs Röhrenkollektoren. Hergestellt werden sie von der Schott AG in Mitterteich. Experten der Firmen Vaillant und Schott nahmen den Schaden bereits in Augenschein. Thomas Zöllner, Entwicklungsleiter für Solarsysteme bei Vaillant, sagte den Solarthemen:„Wir gehen davon aus, dass es eine Verkettung verschiedenster Umstände gegeben haben muss, die zu dem Ereignis geführt haben.” Deshalb sieht Zöllner auch keinen Anlass, die Röhren von Schott unter Generalverdacht zu stellen. Man habe bisher nur gute Erfahrungen mit dem System gemacht.

Das explosive Thema beschränkt sich nach Solarthemen-Recherchen nicht auf Ganzglaskollektoren. Prüfinstitute wie das ISFH in Hameln bestätigen, dass auch bei anderen Röhrentypen ein Explosionsrisiko besteht, wobei es sich aufgrund des Vakuums genauer um Implosionen handelt. Für den Solargutachter Christan Keilholz kommt der spektakuläre Schadensfall nicht überraschend, berichten die Solarthemen. Aus seiner Sicht sollten Handwerker, die Röhrenkollektoren installieren, ihre Kunden zum Schutz vor Schadensersatzansprüchen schriftlich auf das Gefahrenpotenzial aufmerksam machen.

„Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ähnliche Schaden nun in großer Zahl auftreten“, sagt Solarthemen-Redakteur Guido Bröer: „Zehntausende dieser Anlagen funktionieren seit Jahren ohne Ex- oder Implosion“. Der Lübbecker Fall mache allerdings deutlich, so Bröer, dass die Solarbranche die Gefährdung auch durch Einzelfälle im Blick haben und auf Sicherheit noch mehr Wert legen muss.

Quelle: Solarthemen
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